Trainingsschwäche durch Pfeiffersches Drüsenfieber?

Frage:

In einem früheren Bericht erwähntest du das “Pfeiffersche Drüsenfieber” als Ursache für Trainingsprobleme. Kannst Du mir etwas mehr über diese Krankheit erzählen?
 

Trainertipp:

Beim Pfeifferschen Drüsenfieber handelt es sich um eine – meist gut verlaufende – Infektionskrankheit. Es ist auch bekannt unter den Namen “Mononukleose”. Im Erwachsenenalter habe es nahezu alle schon einmal gehabt. Eine Überraschung deshalb, weil viele erst in diesem Alter davon erfahren. Keine Überraschung, nachdem ich mit Kolleginnen und Bekannten ins Gespräch kam. Immer wieder höre ich von Betroffenen, die schwer damit zu kämpfen haben, bis dahin, dass diese sich sogar im Krankenhaus befinden.

Die Infektion erfolgt durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) auf den Rachenraum. Durch “Tröpfchenübertragung”, also beim Küssen (im Volksmund deshalb “Kußkranheit”), aber auch beim Niesen, Anhusten usw. Kinder haben grippeähnliche Symptome und kommen damit gut zurecht. Beim Erwachsenen kann es zur Anschwellung der Lymphknoten, Halsschmerzen und zu Fieberschüben kommen. Symptome sind auch eine große Müdigkeit, schnelle Erschöpfung und vor allen Dingen das “Zusammenklappen” nach körperlicher Anstrengung. Die Symptome können sich besonders nach dem Muskeltraining bemerkbar machen, was so manche Zielsetzung ganz schön vermiest. Sobald man in Grenzbereiche geht, die eine anaerobe Leistung erfordern (Glykoseverbrennung, hohes Gewicht, wenige Wiederholungen oder kurze Sprints), stellen sich z.B. neben der Müdigkeit auch Konzentrationsschwächen, migräneartige Kopfschmerzen und das Gefühl ein, eine nicht ausbrechende Erkältung wäre in Anmarsch. Die Folge sind zahlreiche Pausen, worunter die Fitness und die Kraft leiden.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber bricht etwa zwei bis 5 Wochen nach der Infektion aus und dauert um die zwei Wochen. Während dieser Zeit ist die Erkrankung für Sportler/innen besonders gefährlich! Durch Überanstrengung kann es zu Milzrissen, Leber-, Herzmuskelentzündungen und Zusammenbrüchen kommen. Somit ist es erforderlich, die Aktivitäten in jedem Fall einzustellen und dem Körper die vielen Stunden Schlaf zu geben, die er braucht. Das Risiko von Folgeschäden muß unbedingt umgangen werden. Ist diese Zeit überstanden, sollen die Symptome rasch abklingen und keine bleibenden Spuren hinterlassen. Durch meine vielen Gespräche und der breiten Berichterstattung in der Presse über Sportler würde ich aber davon sprechen, dass es für Menschen mit körperlicher Anstrengung länger dauern könnte. Betroffene klagen noch Monate später über Müdigkeit und sind in ihrer Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Die erhöhten EBV-Werte im Blut sind möglicherweise vom Körper recht gut zu bewältigen, doch ist die Arbeit sehr stressig, schwer oder belastend und sieht es im Privatleben nicht anders aus, kann der Virus stark zusetzen. Ein gezieltes Medikament ist mir nicht bekannt, doch gibt es natürlich viele Möglichkeiten, den Symptomen zu begegnen und den Körper zu stärken. Man kann mit viel Ruhe, Urlaub in der Sonne und langsamen Know-how-Training gute Erfolge erzielen. Es empfiehlt sich, für mehrere Monate auf zu hohe Belastungen zu verzichten, auf Intensität- oder Negativwiederholungen, Verzicht auf Einzelwiederholungen, Kraftleistungen, Resterschöpfung usw.

Ähnlich, wie eine Narbe an eine frühere Verletzung erinnert, kann der Laborant anhand der Zahlen feststellen, ob Du schon einmal erkrankt bist oder nicht. Die dabei 3 relevanten Werte gehen im akuten Stadium in extreme Höhen und bleiben auch nach der Ausheilung jahrelang höher und somit nachweisbar.

Die Antwort basiert auf Erfahrungsaustausch und Internetrecherche.

Micha.

(c) mk

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